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Wie kann man den Hund an das Baby gewöhnen?

Am 06.06 allerdings war es soweit. Wir haben einen kleinen Jungen bekommen. Unser kleiner Sonnenschein heißt Elias und ist nun 3 Monate alt. Da das Thema Hundehaltung und Baby aktuell ist, dachten wir das wir uns mit dem Thema “Wie kann man seinen Hund an das Baby gewöhnen”? zurück melden.

Seinen Hund an das Baby gewöhnen - Wie haben wir es gemacht?

Bereits vor der Schwangerschaft hat man schon das eine oder andere gehört sowie im Internet gelesen. Da tauchen dann Horror-Nachrichten auf wie “Hund hat Baby in den Kopf gebissen” oder “Hund akzeptiert das Baby nicht”. Das kann einem als zukünftige Eltern schon beunruhigen und nervös machen.

Doch hier ist schon der erste Punkt. Trotz allem was du hier in diesem Beitrag liest. Ich möchte dich nicht nervöser machen, als du es vielleicht eh schon bist. Das Wichtigste ist, das du ruhig bleibst und Veränderungen vor der Geburt deines Kindes einführst. Was ich genau damit meine, erfährst du im weiteren Verlauf dieses Beitrags.

Die Grenzen ihrer Belastbarkeit

Egal wie sehr wir Jack und Jamie auch lieben und egal wie lieb sie auch sind, es bleiben Hunde. Das soll nichts Negatives sein. Nur können Hunde auch an die Grenzen ihrer Belastbarkeit kommen. Daher ist es wichtig seinem Hund soviel Sicherheit* wie möglich zu geben und ihn rechtzeitig an neue Regeln zu gewöhnen.

Da Hunde sehr sensible Tiere sind und sie unsere eigene Anspannung wahrnehmen, war es uns wichtig, das wir nicht nur darauf gucken wie die Hunde auf den Kleinen reagieren, sondern wie WIR uns den Hunden gegenüber verhalten. Und das hieß, dass wir uns ihnen gegenüber so normal wie möglich verhalten. Ruhig, bestimmt, liebevoll und konsequent.

Warum kann ein Baby zu Problemen führen?

Hierzu sollte man wissen, das Hunde ein Problem mit Veränderungen haben (manche mehr, manche weniger). Diese Veränderung können entweder positiv oder negativ mit einer Person, einer Situation, einem Geräusch, einem Geruch sowie einem Gegenstand verknüpft, beziehungsweise in Verbindung gebracht werden. Veränderungen können zum Beispiel sein: Wenn man seinen Hund regelmäßig um die gleiche Uhrzeit gefüttert hat oder mit ihm um die gleiche Zeit Gassi gegangen ist und es dann auf einmal nicht mehr macht.

  • Ein weiteres gutes Beispiel für eine Veränderung ist ein Singlehaushalt, indem der Hund im immer Mittelpunkt stand. Wenn nun der neue Partner die Wohnung betritt und der Hund nicht mehr im Mittelpunkt steht, kann es gut sein das er den “Neuen” als Konkurrenten um die Zuwendung des Menschen sieht. Dies kann zur Folge haben, das an Schuhen und Teppichen geknabbert wird, man ständig von seinem Hund aufgefordert wird mit ihm zu spielen oder der Hund sich zwischen sich und seinem Partner drängen möchte. Oftmals wird dieses Verhalten noch mit einem fiepen, bellen oder knurren untermalt.

In manchen Fällen kommt es sogar vor, dass ein Hund seinen Beschützer-Instinkt auslebt und zum Beispiel das Baby beschützen möchte. In schlimmen Fällen kann es soweit gehen, dass Freunde und Bekannte sich dem Kind oder Kinderwagen* nicht mehr nähern können. In solch extremen Fällen ist es besser, wenn du einen Hundetrainer kontaktierst, der sich die Situation und das Verhalten deines Hundes vor Ort ansieht und analysiert.

Seinen Hund an einer vollen Windel riechen lassen

Da ein Baby zwangsläufig eine Veränderung mit sich bringt, wollten wir vorher dafür sorgen, das Jack und Jamie diese Veränderung nicht mit dem Kleinen verbinden.

Daher haben wir uns auch entgegengesetzt zu manchen Empfehlungen aus dem Internet entschieden, wie zum Beispiel: Seinem Hund eine volle Windel oder Wäsche von dem Kleinen mit nach Hause zu bringen, um sie daran schnüffeln zu lassen. Die zwangsläufig entstehenden Veränderungen sollten nicht mit unserem Sohn in Verbindung gebracht, geschweige denn eine Verknüpfung hergestellt werden.

Die Vorbereitung

Da mit einem Baby immer mal etwas dazwischen kommen kann, haben wir die Gassie geh und Fresszeiten variiert. Mal sind wir zwei Stunden eher Gassi gegangen, mal zwei Stunden oder eine Stunde später. Mit dem Fressen genauso.

Des weiteren haben wir uns ein Treppenschutzgitter* angeschafft mit dem wir das Kinderzimmer unzugänglich für die Hunde gemacht haben. Dies hat zum einen den Grund, das wir keine Hundehaare im Kinderzimmer haben wollen. Ein weiterer Grund ist Elias sein Spielzeug. Da braucht man keine Hundesabber dran.

Der Hauptgrund ist jedoch, dass wir die Hunde niemals alleine mit unserem Sohn lassen wollen. Das heißt auch dann nicht, wenn er im Alter von 2, 3, 4, 5 oder 6 Jahren ist. Wenn er später mal in seinem Zimmer spielt, dann nur ohne Hunde. Natürlich gibt es auch Hundehalter bei denen der Hund gemeinsam mit dem Baby im Bett liegt oder gemeinsam durch die gegen springen, laufen, spielen usw. Es gibt genügend Fälle bei denen es gut geht. Sei es durch den Charakter des Hundes, der Erziehung des Kindes sowie dem Hund oder durch einfaches Glück.

1000 und 1 Mal

Wir vertrauen zwar unseren Hunden, doch können immer Situationen auftreten, die für einen Hund neu sind und Stress, Angst oder Eifersucht auslösen. Hundehalter die diese Möglichkeit nicht mit in betracht ziehen, stehen dann da und sagen so etwas wie: Komisch das hat er vorher noch nie getan. Aber gerade bei einem Baby oder generell bei kleinen Kindern reicht dieses eine Mal aus.

Es kann 1000 Mal gut gehen und nur ein einziges Mal schief. Dieses eine Mal reicht aus. Auch Hunde können mal einen schlechten Tag haben, sich bedrängt fühlen, schmerzen haben, eifersüchtig, unterfordert, überfordert oder einfach nur gestresst sein. 

Der erste Kontakt - Vom Krankenhaus nach Hause

Wie haben wir es gemacht als unser Kleiner auf der Welt war und wir gemeinsam vom Krankenhaus nach Hause gekommen sind?

Als wir aus dem Krankenhaus gekommen sind, sind wir mit dem Kleinen auf dem Arm an den Hunden vorbei. Ohne die Hunde zu begrüßen oder mit ihnen zu reden.  Wir haben sie auch nicht an dem Kleinen schnüffeln lassen. Wir sind ganz normal durch die Wohnung.

Natürlich haben die Hunde gemerkt das etwas anders war. Das ein neuer die Wohnung betreten hat. Wir wollten allerdings nichts Besonderes daraus machen und ihnen damit sagen: „Es ist zwar gerade jemand neues hier in der Wohnung, es gibt jedoch keinen Grund zur Aufregung”. Alles ist wie immer.

Tipps - Wie du deinen Hund an das Baby gewöhnen kannst

Um deinen Hund an das Baby zu gewöhnen, bedarf es vorab einiger Veränderungen. Das heißt:

  • Wenn du vorher die Veränderung als neuen Standard festlegst, sind es für den Hund nur ein paar neue Spielregeln, die er allerdings nicht negativ mit dem Baby (dem Rudelzuwachs) in Verbindung bringt.

Themen wie: Darf dein Hund in das Kinderzimmer*, darf dein Hund auf die Couch, wann darf dein Hund auf die Couch, wann geht man mit seinem Hund raus (variiere die Zeiten), wann gibt es Fressen (variiere die Zeiten) usw. Alle wichtigen Fragen sollten vorher beantwortet sein und konsequent umgesetzt werden. So werden diese neu eingeführten Regeln zum Standard und werden nicht mit dem Baby in Verbindung gebracht.

  • Wenn ihr mit eurem Baby nach Hause kommt, redet nicht mit eurem Hund. Geht ganz normal, als wenn nichts wäre, in die Wohnung. *Achtung: Solltest du dies noch nicht machen und deinen Hund jedes Mal Begrüßen, wenn du deine Wohnung betrittst, dann lass es. Bringe deinem Hund bei, das es nichts Besonderes ist, wenn du die Wohnung betrittst.
  • Schicke deinen Hund nicht immer weg, sollte er kommen. Du kannst ihn auch mal schnuppern lassen. Jedoch sollten hier auch Grenzen gesetzt werden. Gesicht und Hände des Babys sollten Tabu sein. Auch solltest du deinen Hund nicht zu dir rufen, um ihn an deinem Kind schnüffeln zu lassen. Sollte dein Hund mal ankommen, dann beachte ihn nicht und rede nicht mit ihm. Nach ein paar Sekunden schnüffeln sollte dein Hund bereits wieder das Interesse verlieren. (Wir haben die Hunde ca. 2 Wochen nicht an unserem Sohn schnuppern lassen – Wenn sie schnuppern wollten, sind wir normal weiter- an ihnen vorbeigelaufen).
  • Wenn dein Baby da ist, versuche so viel wie möglich positives mit deinem Hund zu erleben. Zum Beispiel: In der Gegenwart des Babys spielen, üben, füttern sowie das gemeine Spazieren gehen als Rudel.

Versuche deinem Hund immer gelassen, ruhig, bestimmt, liebevoll und geduldig gegenüber zu treten und führe Veränderungen (neue Regeln bereits vor der Geburt ein). Ca. 3-4 Monate vor der Geburt (nur ein Richtwert).





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