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Wann ist ein Hund ausgelastet und wann überfordert? – Einfach mal alle 5 gerade sein lassen

Immer wieder stößt man im Internet auf das Thema “die Auslastung eines Hundes“. Ich muss sagen, dass ich auch ein Verfechter davon bin, seinen Hund auszulasten. Doch die großen Fragen die sich hier stellen: Welches Maß an Beschäftigung ist das richtige? Ab wann führt die Beschäftigung zu einer Überforderung von Hund und Halter? Das richtige Maß zu finden, ist die Herausforderung für sehr viele Hundehalter.

Viele Hundehalter sind davon überzeugt, dass der tägliche Spaziergang inklusive dem Training nicht reicht, um ihren Hund körperlich auszulasten. Sie setzten sich also auf das Fahrrad* und fahren solange bis ihr Hund am Ende, mit allen vieren von sich gestreckt zu Hause im Körbchen liegt. Frei nach dem Motto: Erst; wenn sich der vor Erschöpfung nicht mehr bewegen möchte, ist er richtig ausgelastet.

Natürlich ist der Bewegungsdrang jeder Rasse unterschiedlich. Manche Hunde können und wollen einfach nur rennen. Doch gibt es auch das totale Gegenteil. Hunderassen die wenig Auslauf brauchen und auch damit zufrieden sind, findest du hier.

Um seinen Hund einschätzen und im richtigen Maß beschäftigen zu können, sollte man sich als Hundehalter folgende Fragen stellen. Was mache ich, wie viel mache ich, ist mein Hund gesund, wie alt ist mein Hund und welche Rasse habe ich da am anderen Ende der Leine.

Je mehr Auslastung ein Hund hat, umso glücklicher ist er! Stimmt das?

Seinen Hund auszulasten ist kein Allheilmittel und auch keine Lösung für alle Probleme, die bei der Hundeerziehung entstehen können. Bei unseren täglichen Spaziergängen ist es so, das wir als Erstes unsere Hunde runterfahren, bevor wir aus der Haustür gehen. Auf den 1-2 km, die wir zum Feld laufen auf dem sie frei laufen können, fordern wir die volle Konzentration durch die Leinenführigkeit ein. Sind wir auf dem Feld angekommen, machen wir sie los und sie können sich “frei” bewegen.

Obwohl sie sich nun frei bewegen können, beschäftigen wir uns sofort mit ihnen und spielen gemeinsam. Nach ca. 10 Minuten ist es einfach deutlich spürbar, das die Beiden ihre überschüssige Energie los geworden sind und sich ihr Verhalten ändert. Die nächsten 10 Minuten können Sie machen, was sie wollen. Schnüffeln, miteinander spielen, sich im Gras wälzen. Einfach alles was sie wollen. Wie greifen nicht ein und lassen sie machen. Nach den insgesamt ca. 20 Minuten verändert sich wiederum erneut ihr Verhalten.

Wir nennen es gerne den Folgemodus. Sie schließen sich uns an und gehen gemütlich, entweder direkt hinter uns, neben uns oder auch 2-3m vor uns. Wir müssen nichts sagen. Sie machen es einfach. Den restlichen Spaziergang variieren wir. Mal spielen wir etwas, dann machen wir mal gemeinsam eine Pause, dann kleine Übungen.
Das was ich damit sagen möchte ist…

Wenn wir uns mit Jack und Jamie gezielt auf dem Spaziergang beschäftigen, sei es durch das gemeinsame Spielen, dem Training sowie einer gemeinsamen Pause, sind sie auf dem Rückweg total gelassen und entspannt.

Mehr Qualität statt Quantität

Es gibt viele Hundehalter, die sich unnötig verrückt machen und glauben, das sie ihren Hund jeden Tag 24 Stunden bespaßen, 2 mal am Tag für 2 Stunden Gassi gehen und mit ihnen Sport treiben müssen. Natürlich sollte man sich mit einem Hund beschäftigen. Man hat sich ja schließlich keinen Hund angeschafft, um ihn als Deko in seiner Wohnung zu haben. Doch ist es gerade als Hundehalter auch mal wichtig durchzuatmen und den Stress des Alltags nicht mit in die Erziehung eines Hundes einfließen zu lassen.

Bei dem Zusammenleben mit einem Hund spielt die gemeinsame Ruhephase (kuscheln und streicheln) genauso eine große Rolle, wie das Gassi gehen oder dem Sport. Die perfekte Mischung aus körperlicher und geistiger Auslastung sowie dem gemeinsamen Kuscheln und Streicheln ist der Garant für eine gute Mensch-Hund Beziehung. Es geht nicht nur allein um seinen Hund, sondern um euch.

  • Versuche in erster Linie dich selber nicht unter Druck und Stress zu setzen. Trainiere und Spiele lieber einmal weniger mit deinem Hund, aber dafür gezielt, entspannt und mit Liebe. Hier zählt: Mehr Qualität anstatt Quantität.
  • Versuche auch nicht jede Beschäftigung in den täglichen Spaziergang zu pressen. Spiele, kuschel und übe auch einfach mal mit deinem Hund zuhause. Für die geistige Auslastung und dem gemeinsamen Spaß bieten sich sogenannte Intelligenzspielzeuge für Hunde* an.

Manchmal ist es einfach mal besser alle 5 gerade sein zu lassen, als in Stress zu verfallen. Manchmal hilft es einfach, wenn man sich im Hinterkopf behält: Mehr Qualität statt Quantität.

Wann sind Hunde unterfordert - Anzeichen einer Unterforderung

  • Bei einer Unterforderung neigt ein Hund gerne dazu, sich selbst eine Beschäftigung zu suchen. Zum Beispiel: Zerkratzen von Möbeln, Teppiche, Schuhe und Möbel* anknabbern, das Blumenbeet umgraben und Löcher im Garten buddeln. Hier sind der Kreativität eines Hundes so gut wie keine Grenzen gesetzt.
  • Ein weiteres Anzeichen kann das Bellen sein. Entweder wird alles und jeder angebellt oder einfach grundlos und ständig.
  • Ein typisches Verhalten ist das Jagen ihres eigenen Schwanzes. Dabei dreht sich der Hund oftmals im Kreis.
  • Bei manchen Hunden kann es im schlimmsten Fall zu einem aggressiven Verhalten kommen.

Wann sind Hunde überfordert - Anzeichen einer Überforderung

Hunde, die überfordert sind, sind sich sehr oft am Schütteln (Stressabbau). Gähnen obwohl sie nicht müde sind. Sind unruhig, nervös und beißen zum Beispiel auf dem Spaziergang in die Leine. Weitere Anzeichen können ständiges Kratzen, Hecheln, Appetitlosigkeit, unruhiges Hin- und Herlaufen, übertriebenes lecken und knabbern am Fell oder den Pfoten sowie das Verweigern von Kommandos sein. In schlimmen Fällen kann auch hier aggressives Verhalten an den Tag gelegt werden.

Die Ursachen

Auf der Suche nach den Ursachen kann man viel Spekulieren und Vermutungen anstellen. Oftmals liegt der Grund bei zu langen Lernphasen oder auch zu viele Kommandos. Hier ist es wichtig seinen Hund beim Spielen sowie dem Training zu beobachten und zu erkennen, wann es reicht. Die Lernfreude sollte niemals verloren gehen.

Solltest du einen Hund besitzen, bei dem du sein Verhalten nicht richtig einschätzen kannst, investiere etwas Zeit und Geld in einen Hundetrainer. Der kann sich deinen Hund gezielt mal angucken und sein Verhalten begutachten.

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