Listenhunde – Die Anschaffung und Auflagen – Kampfhundeliste

Listenhunde werden oft als gefährlich, bedrohlich und unberechenbar wahrgenommen. Aber woran liegt das und warum gibt es überhaupt Listehunde. Am 26.06.2000 kam es leider zu einem tragischen Vorfall, bei dem ein Kind von einem heutigen Listen- Kampfhund getötet wurde. Dieser Vorfall veranlasste die Behörden dazu, eine Liste von Hunden zu erstellen, die entweder gar nicht oder bedingt unter gewissen Voraussetzungen und Auflagen geführt werden dürfen.

Listenhunde American Staffordshire Terrier.

Bei der Frage, wie gefährlich ein sogenannter Kampfhund ist, trennen sich die Meinungen. Letzten Endes muss ein Hund, ob Kampfhund oder nicht, eine vernünftige und konsequente Erziehung genießen. Bei Hunden, die von Natur aus kräftig und mehr als 20kg wiegen, beginnt die Sondierung der Behörden. Dies liegt nicht unbedingt an einem Hund, sondern eher an dem Hundehalter. Durch die Einstufung der Hunde in Listenhunde wurden Hunde in Kategorien und Menschen in seriöse und unseriöse Hundehalter aufgeteilt.

Denn nicht jeder Hundehalter kann Situationen richtig einschätzen, erachtet eine Grunderziehung für notwendig oder kennt schlichtweg den Charakter seines eigenen Hundes. Um Hund und Halter nun vernünftig einordnen zu können, wurden Hund und Mensch kategorisiert und je nachdem mit Auflagen belegt.

Listenhunde - Die Kategorien

Um einen Hund besser einordnen zu können, werden sie in 3 Kategorien unterteilt.

Kategorien:

  • Die Kategorie 1: In der ersten Kategorie werden alle Rassen aufgeführt, die als gefährlich eingestuft werden. Zum Beispiel: American Pitbullterrier, American Staffordshire Terrier, Bandog, Pitbull und der Tosa-Inu.
  • Die Kategorie 2: In der zweiten Kategorie wird in Rassen unterschieden, bei denen man eine Gefährlichkeit vermutet. Wie zum Beispiel: Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dog Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Perro de Presa Canario, Perro de Presa Mallorquin und Rottweiler. Um herauszufinden, ob dem wirklich so ist, wird von der jeweiligen Behörde (Gemeinde) ein Wesenstest veranlasst.
  • Kategorie X: Bei der nächsten Kategorie, der Kategorie X, wird der Hund nicht in einer der oben aufgeführten Kategorien zugeordnet. Er wird zwar als gefährlich eingestuft, doch wird die Kategorie 1 und 2 je nach Bundesland unterschiedlich definiert.

Was sind Listenhunde?

Was sind Listenhunde? Listenhunde sind Hunde, die aufgrund ihrer Rasse (ungeachtet von ihrem Charakter), vom Gesetzgeber als gefährlich eingestuft worden sind. Da es in Deutschland keine einheitlichen Richtlinien gibt, können sich die Rassen von (Listenhunden) von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.

Welche Versicherung braucht man für einen Listenhund - Kampfhund

Ein Hundehalter der einen Listenhund führ benötigt zwingend eine Haftpflichtversicherung, die einen Mindestbetrag von 500.000 € Sachschaden und Personenschaden abdeckt.

Auflagen für einen Listenhund

Hier ein paar Beispiele dafür, wie die Auflagen für das Halten von einem Listenhund aussehen können.

  • Volljährigkeit des Halters.
  • Ein lupenreines Führungszeugnis, dass einem Verantwortungsbewusstsein und eine Vertrauenswürdigkeit belegt.
  • Die Haltung des Hundes befindet sich auf einem sicheren (ausbruchsicherem) umzäunten Grundstück.
  • Eine bestandene Sachkundeprüfung.
  • Ein bestandener Wesenstest.
  • Maulkorbpflicht und Leinenpflicht.

Wer sich für einen Listehund interessiert und kaufen möchte, sollte wissen, dass Listenhunde aus anderen Ländern (dem Ausland) nicht nach Deutschland importiert werden dürfen. Nur Hunde von deutschen Züchtern oder Hunde die in Deutschland geboren sind, dürfen auch in Deutschland gehalten werden. In manchen Bundesländern ist es sogar so, dass ein Listenhund nicht von einem privaten Züchter gekauft werden darf, sondern nur aus dem Tierheim. 

Gehört mein Hund zu den Kampfunden | Kampfhundeverordnung nach Bundesland

Baden-Württemberg eingestufte Hunde:

  • Pitbull Terrier, Amerikanischer Staffordshireterrier, Bullterrier (Kat. 1)
  • Bullmastiff, Staffordshire Bullterrier, Dogo Argentino, Bordeaux Dogge, Fila Brasileiro, Mastin, Espanol Mastino, Napoletano Mastiff, Tosa Inu (Kat. 2)

Bayern eingestufte Hunde:

  • Pittbull Terrier, Bandog, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Tosa Inu (Kat. 1)
  • Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dogo Argentino, Bordeaux Dogge, Fila Brasilleiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Perro de Pressa Canario, Perro de Presa, Mallorquin, Rottweiler (Kat. 2)

Berlin eingestufte Hunde:

  • Pittbull Terrier, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Bullterrier und andere die auf gesteigerte Aggressivität gezüchtet oder trainiert wurden.

Brandenburg eingestufte Hunde:

  • American Pitbull Terrier, American Steffordshire Terrier, Bullterrier, Staffordshire Bullterrier, Tosa Inu und Kreuzungen daraus (Kat. 1).
  • Alano, Bullmastiff, Cane Corso, Dobermann, Dogo Argestino, Bordeaux Dogge, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Perro de Presa Canario, Perro de Presa, Mallorquin, Rottweiler und Kreuzungen daraus (Kat. 2.)
  • Andere gefährliche Hunde (Kat. 3)
  • Hunde > 40cm oder > 20kg (Kat. 4)

Bremen eingestufte Hunde:

  • … bei denen mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass sie Menschen oder Tiere beißen, sowie Hunde, die bereits Menschen oder Tiere gefährdend angesprungen oder gebissen haben.
  • … die Außerhalb des Jagdod. Hütebetriebes zum Hetzen oder Reißen von Wild oder Vieh neigen.
  • … bei denen von einer Zucht, Ausbildung oder Abrichten herausgebildeten, über das natürliche Maß hinausgehenden Kampfbereitschaft, Angriffslust, Schärfe oder einer anderen, in Wirkung vergleichbaren Menschen oder Tiere gefährdenden Eigenschaft auszugehen ist. Hierzu gehören Hunde der Rassen: Pitbull Terrier, Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, sowie deren Kreuzungen.

Hamburg eingestufte Hunde:

  • Bullmastiff, Dogo Argestino, Bordeaux Dogge, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Kangal, Kaukasischer Owtscharka, Rottweiler, Tosa Inu
  • …die unwiederlegbar gefährlich sind: Pitbull Terrier, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Hunde die sich als gefährlich erwiesen haben.

Hessen eingestufte Hunde:

  • Pitbull Terrier oder Amerikanischer Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, American Bulldog, Dogo Argestino, Fila Brasileiro, Kangal, Kaukasischer Owtscharka und Rottweiler (Kat. 1).

Mecklenburg-Vorpommern eingestufte Hunde:

  • American Pittbull Teriier, American Staffordshire Terrier, Bull Terrier und andere gefährliche Hunde.

Niedersachsen eingestufte Hunde:

  • *Gefährliche Hunde…

Nordrhein-Westfalen eingestufte Hunde:

  • American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier (>35,5 cm Widerristhöhe) – (Kat.1).
  • Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler, Tosa Inu und deren Kreuzungen (Kat. 2).
  • Alle Hunde > 40 cm oder > 20 kg (Kat. 3).
  • Andere gefährliche Hunde (Kat. 4).

Rheinland-Pfalz eingestufte Hunde:

  • Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Hunde des Typs Pitbull Terrier Mischlinge sowie, andere gefährliche Hunde.

Saarland eingestufte Hunde:

  • die auf Angriffslust, Schärfe, gleichstehende Zuchtmerkmale oder darauf ausgebildet wurden. Sondervorschriften für: American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier.

Sachsen eingestufte Hunde:

  • American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pitbull (Kat. 1).
  • Hunde die sich gegenüber Menschen oder Tieren als aggressiv erwiesen haben ohne vorher provoziert worden zu sein. Hunde, die zum Hetzen oder Reißen von Wild und Nutztieren neigen oder durch die Zucht, Haltung oder Ausbildung eine gesteigerte Aggressivität entwickelt haben (Kat. 2).

Sachsen-Anhalt eingestufte Hunde:

  • American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Pitbull, Bullterrier und Mischlinge aus diesen Rassen.

Schleswig-Holstein eingestufte Hunde:

  1. Hunde, die einen Menschen gebissen haben, sofern dies nicht zur Verteidigung anlässlich einer strafbaren Handlung geschah.
  2. Hunde, die außerhalb des Grundstücks wiederholt Menschen in gefahrdrohender Weise angesprungen haben.
  3. Hunde, die ein anderes Tier durch Biss geschädigt haben ohne selbst angegriffen worden zu sein oder eine anderen Hund trotz dessen Unterwerfungsgestik gebissen haben.
  4. Hunde, die unkontrolliert andere Tiere hetzen oder reißen.

Thüringen eingestufte Hunde:

  • Staffordshireterrier, Steffordshire Bullterrier, Pittbull, Bullterrier und Mischlinge aus diesen Rassen.

Die Liste der Listenhunde kann sich jederzeit verändern und (aktualisiert) werden. Ausführliche Gefahrhundverordnung (Kampfhundeverordnung) des Tierschutzbund e.v: Hier

Weitere Informationen bekommst du entweder von deiner Gemeinde, dem Veterinär-Amt oder dem Landesministerium für Inneres.

Verstöße gegen die Haltung von Listenhunden

Verstöße gegen die Haltung oder Zucht, können mit hohen Geldstrafen belegt werden. Die Geldstrafen reichen von 5.000 € bis 50.000 €. In manchen Fällen kann ein Verstoß mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren geahndet werden.

Rassenliste gefährlicher Hunde - Listenhunde

Diese Hunde werden je nach Bundesland als gefährlich eingestuft. Die Liste kann jederzeit erweitert, verändert und aktualisiert werden.

  • American Staffordshire Terrier
  • American Pitbull
  • Alano
  • Bandog
  • Bordeaux Dogge
  • Bullterrier
  • Bullmastiff
  • Cane Corso
  • Dogo Argentino
  • Dobermann
  • Fila Brasileiro
  • Kangal
  • Kaukasischer Owtscharka
  • Mastin Espanol
  • Mastino Napoletano
  • Mastiff
  • Perro de Presa Canario
  • Perro de Presa
  • Mallorquin
  • Pitbull
  • Pitbull Terrier
  • Rottweiler
  • Staffordshire Terrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • Tosa Inu
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