Dein Hund lässt sich nicht bürsten, beißt ständig in die Bürste, dreht sich weg und zeigt Meideverhalten? Vielleicht knurrt er sogar, sobald er die Bürste sieht. Dann steht dein Hund unter extremen Stress. Doch was kann man jetzt tun um seinen Hund für die Bürste und das Bürsten zu desensibilisieren?

Mein Hund lässt sich nicht bürsten – Die Desensibilisierung

Um seinen Hund zu desensibilisieren ist am Anfang die Auswahl der richtigen Bürste entscheidend. Daher sollte auf jede Art von Bürste, die für einen Hund unangenehm ist, verzichtet werden. Zum Beispiel eine Unterfellbürste. Auch dann, wenn dein Hund langes Fell besitzt, solltest du keine Unterfellbürste für den Anfang verwenden. Sie ist für einen Hund, der das Bürsten nicht mag oder nicht kennt, sehr unangenehm und kontraproduktiv für das Training. Nehme am besten eine Bürste mit weichen Borsten oder einen Kamm bei dem die Abstände der Zinken weit auseinander sind. Ziel bei den folgenden Übungen ist es, das dein Hund eine positive Verknüpfung zu einer Bürste (dem Büsten) herstellt. Dies können wir zum Beispiel mit Leckerchen oder einem Clicker erreichen. Aber jetzt erstmal Schritt für Schritt.

Mein Hund kennt keine Bürste

Sollte dein Hund noch gar keine Erfahrung mit einer Bürste gemacht haben oder sehr sensibel auf sie reagieren, solltest du mit deinem Hund sehr behutsam umgehen und ihn ganz langsam an den Fremdkörper gewöhnen.

Die Schritt für Schritt Anleitung

  1. Im ersten Schritt müssen wir herausfinden, ab wann dein Hund auf die Bürste reagiert und die Angst ausgelöst wird. Sollte dein Hund bereits beim bloßen Anblick der Bürste zu viel bekommen, gehst du wie folgt vor. Setze dich mit deinem Hund auf den Boden und lege die Bürste in einem Abstand auf den Boden, bei dem dein Hund noch keine Angst entwickelt. Sie muss noch nicht mal im Sichtfeld deines Hundes liegen. Jetzt ist es wichtig, dass du anfängst die Bürste, sowie das Bürsten positiv zu verknüpfen. Du kannst mit ihm schmusen, ihn streicheln, sowie Leckerchen geben. Hier bietet sich zum Beispiel ein befüllbarer Kong-Ball* an, den man zum Beispiel mit Leberwurst befüllen kann. So ist dein Hund während der Gewöhnung dauerhaft mit etwas für ihn positivem beschäftigt. Nach drei bis vier Tagen kannst du die Bürste in das Sichtfeld deines Hundes legen (mit reichlich Abstand). Du solltest bei jedem Fortschritt darauf achten das dein Hund nicht ängstlich reagiert. Sollte das doch der Fall sein, gehe wieder einen Schritt zurück.
  2. Im nächsten Schritt wollen wir deinen Hund an die typische Bürstbewegung, sowie an das Gefühl eines Gegenstandes auf seinem Rücken gewöhnen. Um es deinem Hund so angenehm wie möglich zu machen, empfiehlt es sich am Anfang die Rückseite einer Bürste (die glatte Oberfläche ohne Borsten) zu verwenden. Streiche ihm während er mit dem Kong oder einer Kaustange beschäftigt ist, leicht über das Fell. Diese Übung solltest du die nächsten Tage (ca. 1 Woche) wiederholen. Ein bis zweimal am Tag für 5 Minuten.
  3. Im dritten und letzten Schritt brauchst du sehr viel Fingerspitzengefühl. Taste dich langsam an die richtige Bürste heran. Es kann durchaus sein das dein Hund, die für sein Fell vorgesehene Bürste (auch nach dem Training) einfach nicht mag. In solch einem Fall solltest du dich langsam herantasten und gucken mit welcher Bürste oder Kamm sich dein Hund bürsten lässt. Hier empfiehlt sich eine Bürste oder einen Kamm bei dem die Zinken weiter auseinander stehen*.

*WICHTIG: Halte deinen Hund nicht fest und leine ihn auch nicht beim Bürsten an (auch nicht bei den Übungen). Solltest du deinen Hund mit seiner Angst in seiner Bewegungsfreiheit einschränken, wird dein Hund eine negative Verknüpfung zum Bürsten herstellen. Die Desensibilisierung, sowie das Training benötigen Zeit. Versuche das Training mindestens ein Mal am Tag für 5 Minuten mit in deinen Alltag zu integrieren. Die hier angegebenen Zeitangaben sind Richtwerte zur Orientierung. Sie sind von Hund zu Hund unterschiedlich. Solltest du merken, dass dein Hund bei einer Übung gestresst oder ängstliche reagiert, gehst du wieder einen Schritt zurück.

Wann sollte mit den Übungen begonnen werden? Solche Übungen können und sollten direkt im Welpenalter (OHNE ZWANG) durchgeführt werden. Je eher, desto besser.

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